Fabian Hambüchen: Biografie

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Der deutsche Kunstturner Fabian Hambüchen musste erst gegen Rückschläge und Verletzungen kämpfen, bevor er sich bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio seinen Traum von einer Goldmedaille verwirklichen konnte.

“Als ich sieben oder acht war, habe ich zu meiner Mutter gesagt, „Ich will an den Olympischen Spielen teilnehmen. Und ich will gewinnen.“
 
Als Sohn eines ambitionierten Kunstturners und Läufers entwickelte Fabian Hambüchen seine Leidenschaft für Sport sehr früh. Mit acht Jahren sagte er zu seiner Mutter „Ich will an den Olympischen Spielen teilnehmen. Und ich will gewinnen“. Seitdem hat er nie von seinem Traum abgelassen. 
 
Fabian verbrachte etliche Stunden damit, Videos seiner Olympiahelden zu studieren und jedes Detail zu verinnerlichen. „Ich wollte genau nachempfinden, was sie bei ihren Bewegungen gespürt haben. Das war mein Weg zum Ziel.“



“Ich habe alles dafür gegeben. Ich trainierte jeden Tag, ohne Limit, bis ich es schließlich zu den Olympischen Spielen in Beijing schaffte.“
 
2002 konnte er seinen ersten internationalen Erfolg verzeichnen, als er die Jugend-Europameisterschaft am Barren gewann. Zwei Jahre später erkämpfte er die Goldmedaille in den Disziplinen Boden, Reck und Sprung und wurde Dritter im Mehrkampf.

Durch seine herausragende Leistung konnte er sich als jüngster männlicher Teilnehmer einen Platz in der deutschen Delegation der Olympischen Spiele in Athen 2004 sichern.
 
Seine harte Arbeit trug auch in den kommenden Jahren Früchte. 2005 gewann er zum ersten Mal im Herrenbereich. Er wurde Europameister am Reck und gewann bei den Weltmeisterschaften im Jahr danach Bronze im Mehrkampf und im Sprung. 
 
Die Olympiamedaille kam immer näher, nachdem er bereits 2007 Weltmeister am Reck und Deutschlands Sportler t des Jahres wurde.  

„Genau im wichtigsten Moment meines Lebens... konnte ich mit dem Druck nicht umgehen. Ich ließ das Gold durch meine Finger rutschen“.
 
Bei den Olympischen Spielen in Peking passierte ihm ein Missgeschick. Beim letzten der sechs Geräte, dem Reck, verfehlte er die Stange und stürzte. Für ihn lag es an fehlender Konzentration und der riesigen Erwartungshaltung: „Genau im wichtigsten Moment meines Lebens… konnte ich mit dem Druck nicht umgehen. Ich ließ das Gold durch meine Finger rutschen“. Er landete auf dem siebten Platz, gewann allerdings Bronze am Reck.

In seiner Enttäuschung traf er eine wichtige Entscheidung: Er würde jetzt härter trainieren als jemals zuvor.
„Ich würde die Turnhalle nicht verlassen bevor ich nicht geschafft hatte, was ich mir vorgenommen hatte. Man hätte mich vorher rausschmeißen müssen“. 



“Ich war so auf das Gewinnen fokussiert, dass ich nicht mehr auf meinen Körper hörte. Bis ich schließlich musste“.
 
Doch sein Enthusiasmus hatte auch eine Kehrseite: “Ich war so auf das Gewinnen fokussiert, dass ich nicht mehr auf meinen Körper hörte. Bis ich schließlich musste“. Die nächsten drei Jahren waren für ihn von Erfolgen und Verletzungen gleichermaßen geprägt, und auch bei den Olympischen Spielen in London 2012 musste er sich geschlagen geben. Er verlor die Goldmedaille am Reck an Epke "den fliegenden Holländer“ Zonderland. 
 
 “Ich wusste, dass ich mich auf das fokussieren musste, was ich kontrollieren konnte. Ich konzentrierte mich, hörte auf meinen Körper und fand mein Gleichgewicht“.
 
Auch die folgenden vier Jahre stellten sich als Achterbahnfahrt aus Medaillengewinnen, Stürzen und Verletzungen heraus. Zuletzt schien eine gerissene Schultersehne seinen Traum von Olympia für immer zu zerstören. Trotz der quälenden Schmerzen lieferte er eine perfekte Leistung am Reck und gewann endlich die Goldmedaille, für die er so lange gekämpft hatte. 
Zu dem Zeitpunkt sagte er, „Sechs oder neun Monate früher wäre das alles undenkbar gewesen. Ich konnte meine Schulter nicht bewegen, nicht einmal im Alltag. Es war unmöglich, auch nur an Turnen zu denken.“ Fabian hatte seinen Traum erreicht, aller Hindernisse zum Trotz. Er beendete seine sportliche Karriere mit einer Bilanz von 27 Medaillen aus internationalen Wettbewerben, darunter sein ersehntes Olympisches Gold.


Sportliche Erfolge:

  • Gold am Reck bei den Olympischen Spielen in Rio 2016
  • Gold am Reck bei der Europameisterschaft 2015
  • Silber im Bodenturnen bei der Europameisterschaft 2015
  • Gold am Reck bei der Sommer-Universiade 2015
  • Silber am Reck bei der Weltmeisterschaft 2013
  • Bronze im Mehrkampf bei der Weltmeisterschaft 2013
  • Silber im Mehrkampf bei der Sommer-Universiade 2013
  • Silber im Bodenturnen bei der Sommer-Universiade 2013
  • Silber am Reck bei den Olympischen Spielen in London 2012
  • Gold im Team bei der Europameisterschaft 2010
  • Bronze am Reck bei der Weltmeisterschaft 2010
  • Bronze im Team bei der Weltmeisterschaft 2010
  • Bronze am Reck bei der Europameisterschaft 2010
  • Gold im Mehrkampf bei der Europameisterschaft 2009
  • Gold im Bodenturnen bei der Europameisterschaft 2009
  • Bronze am Barren bei der Europameisterschaft 2009
  • Bronze am Reck bei den Olympischen Spielen Peking 2008
  • Silber im Team bei der Europameisterschaft 2008
  • Gold am Reck bei der Weltmeisterschaft 2007
  • Silber im Mehrkampf bei der Weltmeisterschaft 2007
  • Bronze im Team bei der Weltmeisterschaft 2007
  • Gold am Reck bei der Europameisterschaft 2007
  • Silber im Mehrkampf bei der Europameisterschaft 2007
  • Bronze im Sprung bei der Weltmeisterschaft 2006
  • Bronze im Mehrkampf bei der Weltmeisterschaft 2006
  • Gold am Reck bei der Europameisterschaft 2005
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